Ein Retreat (engl. „Rückzug“) ist eine Einladung zum Innehalten, zur stillen Selbstbegegnung und zur Besinnung auf das Wesentliche. Für eine bestimmte Zeit tritt der Alltag in den Hintergrund – Raum entsteht für Achtsamkeit, Meditation und innere Klärung.
Das Retreat findet im edlen Schweigen statt. Dieses gemeinsame Schweigen schafft eine geschützte, kraftvolle Atmosphäre, in der du dich ohne Ablenkung deinen inneren Prozessen widmen kannst. Am letzten Tag wird das Schweigen gemeinsam gelöst.
Der Tagesablauf ist klar strukturiert und wiederholt sich – er gibt dir Halt und Orientierung. Die Praxis beginnt mit dem ersten Gong am Morgen und begleitet dich bis zum Einschlafen.
Bitte bring bequeme Kleidung, warme Socken und Hausschuhe mit. Eine extra Decke ist sehr hilfreich, da wir viel im Liegen meditieren. Es wird empfohlen, während des Retreats auf Lektüre zu verzichten, um mit dem gegenwärtigen Erleben in Kontakt zu bleiben. Ein Notizbuch kann hilfreich sein.
Alle Retreats finden auf Dana-Basis statt – das heißt: sie werden aus der Haltung der Großzügigkeit gegeben und auf Spendenbasis getragen, wie in der buddhistischen Tradition üblich. Daher denke bitte daran, eine angemessene, respektvolle Spende mitzubringen, im Rahmen deiner Möglichkeiten. Die Dana-Übergabe findet am Ende des Retreats statt.
Seit Jahrhunderten werden Weisheitslehren frei weitergegeben – getragen von Vertrauen, Verbundenheit und Dankbarkeit. In der buddhistischen Tradition gilt Dana (Pali für „Grosszügigkeit“ oder auch „Geben“) als Grundlage für spirituelle Entwicklung.
Dana ist mehr als ein Akt des Gebens – es ist eine tief transformierende Praxis, die unser Herz weitet und uns aus der kollektiven Trance des Getrenntseins befreit.
Diese Praxis lädt uns ein, Vertrauen zu üben: Dass es genug gibt. Dass wir nicht verlieren, wenn wir teilen.
In der Praxis von Dana üben wir, unsere inneren Anhaftungen zu erkennen:
• die Angst, zu kurz zu kommen
• den Wunsch, Kontrolle zu behalten
• die Vorstellung, etwas „verdienen“ zu müssen
Wenn wir geben, ohne etwas zu erwarten, können wir Momente von innerer Freiheit erfahren. Gleichzeitig ist Dana ein Weg. Ein Üben von Loslassen und Schenken, das vielleicht anfangs auch mit Enge einher geht.
Die Praxis von Dana unterstützt uns, das „um uns selbst kreisen“ zu lockern.
Sie erinnert uns: Wir sind nicht getrennt voneinander. Das, was wir wirklich sind, ist so viel mehr, als wir annehmen. Und es wird grösser, wenn wir es teilen.
Dana geht weit über das Geben von Geld hinaus. Teilen, Helfen, Zuhören und Anteilnahme sind Herzensqualitäten, die durch Dana gefördert werden. Diese Praxis ist eine Einladung, loszulassen – nicht nur materielle Güter, sondern auch Vorstellungen, Meinungen und das tief verwurzelte Bild eines Ichs. Dana öffnet unser Herz, lässt es weit werden und stärkt die Verbindung zueinander.
Wenn wir im Geben Freude empfinden, spüren wir: Ich bin Teil von etwas Größerem. Es macht einen Unterschied für mich, wie es dir geht. Wir sind auf dieser Reise zusammen.
Einen grossen Teil meiner Angebote biete ich auf Danabasis an. Über Unterstützung und Wertschätzung in finanzieller Form freue ich mich sehr! Dies ermöglicht auch dort Yoga, Achtsamkeit und Meditation anzubieten, wo die finanziellen Möglichkeiten dies sonst nicht zulassen würden. Und lässt uns dieses Feld jenseits von kapitalistischen Prinzipien gemeinsam kreieren.
Jede Spende, in welcher Höhe auch immer, wirkt sich positiv aus und unterstützt auch andere Menschen.
Ich danke dir von Herzen für deinen respektvollen Umgang mit deinen und meinen Ressourcen, und für dein Vertrauen.
Der Buddhismus ist keine starre Religion mit einem einheitlichen Glaubenssystem – sondern eher ein Weg, das Leben tiefer zu verstehen.
Er basiert auf den Erfahrungen und Lehren von Siddhartha Gautama, dem Buddha, der vor über 2.500 Jahren im heutigen Nepal lebte. Seine zentrale Frage war: Was verursacht Leid – und wie lässt es sich überwinden?
Über die Jahrhunderte haben sich viele unterschiedliche Schulen und Traditionen entwickelt. Deshalb gibt es nicht den einen Buddhismus, sondern vielfältige Strömungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Was sie verbindet, ist die Ausrichtung auf innere Freiheit, Mitgefühl und Achtsamkeit – und die Einladung, alles selbst zu überprüfen, statt etwas blind zu glauben.
Der Buddha war kein Gott, sondern ein Mensch.
Sein Name war Siddhartha Gautama, geboren im 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr. im heutigen Nepal. Er wuchs in wohlhabenden Verhältnissen auf, verließ aber als junger Mann seine Familie, um Antworten auf grundlegende Lebensfragen zu finden: Warum leiden wir? Gibt es einen Weg zu innerem Frieden?
Nach Jahren der Suche – in Askese, Meditation und Selbsterforschung – erreichte er, was im Buddhismus als „Erwachen“ bezeichnet wird: eine tiefe Einsicht in die Natur des Geistes, des Lebens und des Leidens. Fortan wurde er „der Buddha“ genannt – der Erwachte.
Was er weitergab, waren keine Dogmen, sondern ein erfahrbarer Weg.
Seine Lehren wurden jedoch erst Jahrhunderte nach seinem Tod schriftlich festgehalten – und über die Zeit in vielen Traditionen unterschiedlich interpretiert. Was genau er gesagt hat, lässt sich heute nicht mit Sicherheit sagen. Doch der Kern bleibt:
Ein Leben in Achtsamkeit, Mitgefühl und Einsicht ist möglich – hier und jetzt.
Im Zentrum der Lehre des Buddha steht eine einfache, aber tiefgreifende Einsicht:
Es gibt Leid – und es gibt einen Weg, damit umzugehen.
Der Buddha nannte dieses existenzielle Unbehagen dukkha – ein Wort, das oft mit „Leiden“ übersetzt wird, aber auch Unzufriedenheit, innere Spannung, Verlust oder das Gefühl, dass etwas „nicht ganz stimmt“ umfasst.
Statt theoretischer Antworten gab der Buddha eine Praxis: einen Weg, wie wir erkennen können, was dieses Leid verursacht – und wie wir lernen, uns davon zu befreien. Nicht durch Vermeidung oder Kontrolle, sondern durch Verstehen, Spüren und Loslassen.
Er betonte dabei immer: Du musst nichts glauben. Prüfe selbst, was für dich heilsam ist. Diese Haltung macht den Buddhismus bis heute so lebendig und offen.
Der Buddha selbst verwendete ein Wort, das lange vor ihm schon Teil spiritueller und philosophischer Traditionen war: Dharma.
Dharma lässt sich nicht mit einem einzigen deutschen Wort übersetzen. Es bedeutet so viel wie: „das, was trägt“, „was Orientierung gibt“, „was wahr und hilfreich ist“.
Im buddhistischen Kontext meint Dharma zum einen die Lehre des Buddha – also das, was er über Leid, Mitgefühl, Geist und Befreiung sagte. Aber der Begriff geht darüber hinaus.
Dharma bezeichnet auch eine Art tiefen gesunden Menschenverstand – eine Weise, die Welt zu sehen, die auf Erfahrung, Verbundenheit und innerer Klarheit beruht. Es geht um das, was sich heilsam, nachhaltig und stimmig anfühlt – im Einklang mit den Gesetzmäßigkeiten des Lebens.
Veränderung, Vergänglichkeit, Verbundenheit – all das ist Teil des Dharma.
Dharma ist nichts Abgehobenes. Es ist hier und jetzt erfahrbar: im Körper, im Atem, in jeder achtsamen Handlung – mitten im Leben.
Die Vier Edlen Wahrheiten bilden das Herzstück der buddhistischen Lehre. In ihnen fasst der Buddha seine grundlegenden Einsichten über das menschliche Leben zusammen – und zeigt einen Weg auf, wie wir mit innerem Leiden und Unzufriedenheit weise umgehen können.
Diese Wahrheiten sind keine Dogmen, sondern Einladungen zur Erforschung. Sie beschreiben das, was viele von uns im Leben ohnehin schon spüren – nur oft ohne Worte dafür zu haben.
1. Edle Wahrheit: Es gibt dukkha
Dukkha meint das, was im Leben schwierig ist: Schmerz, Verlust, Enttäuschung, Anspannung, Vergänglichkeit – aber auch das subtile Gefühl, dass etwas fehlt.
Der Buddha sagt nicht: Das Leben ist nur Leid – sondern: Leid gehört zum Leben dazu. Wenn wir das anerkennen, beginnt Veränderung.
2. Edle Wahrheit: Dukkha hat eine Ursache
Das, was uns leiden lässt, ist oft unser Verlangen (tanha) – der innere Drang, dass die Dinge anders sein sollen, als sie sind. Wir wünschen uns Erfüllung, Sicherheit, Anerkennung – und leiden, wenn das Leben unseren Erwartungen nicht entspricht.
Dieses „Dursten“ macht uns rastlos und unzufrieden.
3. Edle Wahrheit: Es gibt ein Ende von dukkha
Der Buddha war kein Pessimist – im Gegenteil.
Er zeigt, dass es möglich ist, aus dem Getriebensein auszusteigen.
Wenn wir das zwanghafte Verlangen erkennen und loslassen, entsteht Raum für Freiheit, Frieden und innere Ruhe.
4. Edle Wahrheit: Es gibt einen Weg
Das Ende von dukkha ist kein Zufall – es braucht Praxis. Der Buddha beschreibt diesen Weg im Achtfachen Pfad: ein Lebensstil, der Achtsamkeit, Mitgefühl, innere Klarheit und ethisches Handeln miteinander verbindet.
Dieser Weg ist kein Dogma – sondern eine Einladung, achtsam zu leben.
Die vierte edle Wahrheit verweist auf einen klaren Weg aus dem Leiden – den sogenannten Achtfachen Pfad.
Er ist das Herzstück der buddhistischen Praxis: kein Dogma, sondern eine Einladung zur Lebensführung, die auf Einsicht, Achtsamkeit und Mitgefühl basiert.
Der Pfad umfasst acht Aspekte, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam ein ganzheitliches Übungsfeld bilden. Sie betreffen nicht nur Meditation, sondern auch unser Denken, Sprechen, Handeln und den Umgang mit uns selbst.
Jeder dieser Schritte beginnt im Pali mit dem Wort „sammā“, was oft als „rechte“ oder „richtige“ Sicht übersetzt wird – aber genauer meint: „angemessen“, hilfreich, heilsam“.
Es geht also nicht um starre Regeln, sondern um eine innere Haltung von Sorgfalt, Bewusstheit und Ausrichtung.
Dieser Weg ist nicht linear. Man kann an jedem Punkt beginnen – und wird merken, wie sich alle Aspekte gegenseitig beeinflussen.
In der Praxis bedeutet das: kleine Schritte, täglich, mit Herz.
Du wirst auf dem Retreat viele verschiedene Impulse bekommen, die dich darin unterstützen, in Stille zu verweilen. Sollte es dir innerlich eng werden und du einen Austausch oder eine Reflektion brauchst, dann bin ich für dich da. Du hast jederzeit die Möglichkeit, dich für ein Gespräch einzutragen, um deine Fragen oder Unsicherheiten zu klären. Auch gibt es die Möglichkeit mit mir, oder dem Küchenteam auf einer Pinnwand über kleine Zettel zu kommunizieren.
Ich lege dir sehr ans Herz, dich auf diese natürliche Erfahrung der Stille ganz einzulassen. Für dein Retreat ist es sehr unterstützend, im Vorfeld alle relevanten Angelegenheiten geklärt zu haben und Menschen wissen zu lassen, dass du für einige Tage nicht erreichbar bist . Es ist vielleicht eine einmalige und auf jeden Fall sehr seltene Gelegenheit, und macht einen signifikanten Unterschied für deine Erfahrung. Du darfst sehr gerne meine Telefonnummer, oder die des Seminarhauses, an deine Liebsten durchgeben, so dass wir dir im Falle eines Notfalles Bescheid geben können.
Sollte es aus einem sehr dringlichem Grund (z.B. Begleitung von Angehörigen in Geburts- oder Sterbeprozessen) unerlässlich sein, erreichbar bleiben zu müssen, kannst du dein Handy außerhalb von Sicht- und Hörweite gebrauchen.
Gemeinsam die Struktur einzuhalten ist für uns alle sehr unterstützend und ein grosses Geschenk, dass wir uns gegenseitig machen können. Da wir alle eher die Gewohnheit haben, von unangenehmen Empfindungen wegzulaufen, und uns kompensierend ablenken, kann es sehr stärkend sein, die Erfahrung zu machen, auch mal mit Widerstand an einer Meditationseinheit teilzunehmen, um dann zu merken, dass sich auch dieser, so wie alles im Leben, wandelt.
Gleichzeitig bist du in den Retreats eingeladen, deinen ganz eigenen Weg in die Praxis zu finden. Wenn du gerade einer inneren Spur folgst, die mit Raum und Weite zu tun hat, währen du an einem Baum lehnst, probiere es aus sitzen zu bleiben, wenn der Gong zur nächsten Einheit schlägt.
„Das ist die Struktur, und schau was dich in die Freiheit bringt.“
Ja. Das Retreat ist ideal für Anfänger:Innen geeignet. Auch fortgeschritten Praktizierende nehmen viel aus der Meditation im Liegen mit. Du kannst auch im Sitzen oder Stehen meditieren.
Wir praktizieren ein nobles, freundliches Schweigen, eher vergleichbar mit dem Schweigen in einer Bibliothek. Gemeinsam kultivieren wir eine Haltung von Freundlichkeit, Mitgefühl und Grosszügigkeit. Niemand reisst dir den Kopf ab, wenn dir zwischendurch ein paar Worte raus rutschen. Wenn du zwischendurch den Bedarf an einem Gespräch hast, kannst du dich für einen Termin auf eine Liste eintragen, oder mir eine Notiz an der Pinnwand hinterlassen. Schaue auch weiter oben unter: „Was wenn ich nicht still sein kann.“
Diese Meditation hilft dir, Stress abzubauen, innere Ruhe zu finden und dich wieder geerdet, zentriert und verbunden zu fühlen.
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